Drei Disziplinen, drei Fragen: Wo suchen Ihre Kunden?
Ein Interessent sucht bei Google nach Ihrem Fachgebiet. Ein anderer braucht einen Anbieter in seiner Nähe. Ein dritter bittet ChatGPT um eine Einschätzung oder Empfehlung. In allen drei Fällen zählt, ob Ihre Leistungen auffindbar und verständlich beschrieben sind. Die technischen Voraussetzungen und die Darstellung der Ergebnisse unterscheiden sich jedoch.
SEO
Google-Suche
jemand sucht Ihr Thema
Local SEO
Maps und Umgebung
jemand sucht in Ihrer Nähe
GEO
KI-Antworten
jemand fragt eine KI
SEO, Local SEO und GEO greifen auf gemeinsame Grundlagen zurück. Eine einzelne Maßnahme deckt deshalb noch nicht automatisch alle drei Bereiche ab.
SEO: gefunden werden, wenn jemand nach Ihrer Leistung sucht
Suchmaschinenoptimierung soll Ihre Website zu den Fragen und Begriffen sichtbar machen, mit denen sich mögliche Kunden beschäftigen. Dazu gehören eine technisch zugängliche Website, hilfreiche Inhalte und glaubwürdige Verweise von anderen Websites. Mein Vorgehen beschreibe ich auf der Seite zur SEO-Beratung in Berlin.
Eine technisch gute Website lädt zügig, lässt sich von Suchmaschinen lesen und ordnet ihre Inhalte nachvollziehbar. Eigene Seiten für unterschiedliche Leistungen helfen Besuchern, das passende Angebot zu finden. Gute Texte beantworten die Fragen, die vor einer Beauftragung entstehen, in verständlicher Sprache. Verweise von Fachverbänden, Verzeichnissen oder anderen Websites können Ihre Einordnung ergänzen.
Auch bei der Suche nach dem eigenen Namen lohnt sich ein genauer Blick: In meiner Marken-SERP-Messung bei 105 Berliner Betrieben gehörte im Median nur einer von zehn organischen Treffern zur hinterlegten Unternehmensdomain.
SEO ist von bezahlten Anzeigen zu unterscheiden. Häufige Keyword-Wiederholungen oder manipulative Maßnahmen ersetzen keine hilfreichen Inhalte. Veränderungen können sich über Wochen und Monate zeigen; wann und wie stark Suchmaschinen reagieren, lässt sich nicht pauschal zusagen.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit: Bei kutscher-seminare.de stiegen die monatlichen Klicks nach dem Neuaufbau von rund 8 auf über 60. Grundlage ist die Google Search Console, Januar und Februar 2026 im Vergleich zu August und September 2026. Die Referenz zu kutscher-seminare.de beschreibt den Verlauf. Diese Zahlen belegen einen Einzelfall; sie isolieren weder die Wirkung einzelner Maßnahmen noch sagen sie ein Ergebnis für andere Projekte voraus.
Local SEO: gefunden werden, wenn jemand in Ihrer Nähe sucht
Bei Suchen wie „Zahnarzt Berlin“, „Anwalt Arbeitsrecht Berlin“ oder „Steuerberater“ mit Ortsbezug kann Google einen Kartenblock mit lokalen Anbietern anzeigen, häufig mit drei Einträgen. Dafür ist neben der Website das Google-Unternehmensprofil wichtig: passende Kategorien, aktuelle Öffnungszeiten, eigene Fotos, echte Bewertungen und übereinstimmende Standortangaben.
Die ersten Aufgaben sind oft überschaubar: Kategorien und Leistungsbeschreibungen prüfen, Öffnungszeiten berichtigen, aktuelle Fotos ergänzen und auf Bewertungen sowie vorhandene Fragen reagieren. Google nennt Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als wesentliche Faktoren und erläutert sie in der Hilfe zum lokalen Ranking. Bewertungen sollten auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen. Gekaufte oder erfundene Bewertungen sind keine tragfähige Grundlage.
Ihre Google-Bewertungen liegen zunächst bei Google. Ihre Website und Ihre Einträge in Verzeichnissen bilden weitere Kontaktpunkte. Local SEO umfasst deshalb auch den Abgleich: Stimmen Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungsangaben überein? Veraltete oder widersprüchliche Angaben können die Orientierung erschweren und Vertrauen kosten.
GEO: als Quelle für KI-Antworten verständlich und zugänglich sein
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist die Arbeit an den inhaltlichen und technischen Voraussetzungen Ihrer Sichtbarkeit in KI-Suchen, etwa bei ChatGPT, Perplexity und den KI-Funktionen von Google. Viele Antworten mit Webbezug greifen auf Suchergebnisse und weitere Quellen zurück. Ihre Website sollte daher klar vermitteln, wer Sie sind, was Sie anbieten, für wen Sie arbeiten, wo Sie tätig sind und welche Preise Sie veröffentlichen.
Drei Bereiche sind dabei besonders relevant:
- Verständliche und belegte Inhalte: Beschreiben Sie Leistungen konkret. Nennen Sie bei Zahlen die Quelle und den Zeitraum. Eigene Erfahrungen, nachvollziehbare Beispiele und klare Zuständigkeiten helfen Lesern, Aussagen einzuordnen.
- Technische Zugänglichkeit und passende Auszeichnungen: Inhalte müssen für den jeweiligen Dienst erreichbar sein. Strukturierte Daten nach schema.org können Personen, Organisationen und Leistungen maschinenlesbar beschreiben. Sie müssen zum sichtbaren Inhalt passen. Ein besonderes Markup nur für KI-Antworten ist bei Google nicht erforderlich; eine Auszeichnung garantiert keine Zitation.
- Übereinstimmende Angaben: Name, Leistung und Standort sollten auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil und in relevanten Fachverzeichnissen zusammenpassen. So vermeiden Sie widersprüchliche Informationen in möglichen Quellen einer Antwort.
Beim technischen Zugriff sind Suchcrawler, Trainingscrawler und Abrufe auf Nutzerwunsch zu unterscheiden. Beispielsweise erfüllt OAI-SearchBot eine andere Aufgabe als GPTBot. Eine Freigabe für die ChatGPT-Suche setzt keine Freigabe für Modelltraining voraus. Das erklärt die OpenAI-Dokumentation zu den Crawlern.
Google beschreibt die Voraussetzungen in seinen Hinweisen zu KI-Funktionen in der Suche und im Leitfaden zur KI-Optimierung. Zugänglichkeit, verständliche Inhalte und konsistente Angaben sind überprüfbare Arbeitsfelder. Ob ein Dienst Ihre Website als Quelle verwendet oder Ihr Unternehmen nennt, entscheidet er selbst.
Auch bei der Auswertung müssen wir unterscheiden: Eine Nennung führt Ihren Namen an, eine Zitation verweist auf Ihre Website als Quelle, eine Empfehlung schlägt Ihr Unternehmen für eine konkrete Handlung vor. Eine Stichprobe ausgewählter Fragen zeigt nur diesen Ausschnitt. Sie ist keine vollständige Messung Ihrer Reichweite und kein Beleg für zusätzliche Kundenanfragen.
Wie Testabrufe mit Bot-Kennungen und KI-Antworten bei 105 Berliner Betrieben ausfielen, dokumentiert meine Studie zu KI-Crawlern und KI-Antworten.
Woran Sie erkennen, welcher Bereich geprüft werden sollte
Die folgende Tabelle nennt mögliche Ansatzpunkte. Aus einer Beobachtung allein lässt sich ihre Ursache noch nicht bestimmen. Sie hilft dabei, eine Frage für die Analyse zu formulieren.
| Beobachtung | Was geprüft werden sollte | Arbeitsbereich |
|---|---|---|
| Ihre Website ist online, neue Anfragen kommen aber fast nur über Empfehlungen. | Wird Ihre Website bei passenden Leistungssuchen angezeigt? Welche anderen Gründe könnten die Anfragen begrenzen? | SEO |
| Wettbewerber erscheinen im Kartenblock, Ihr Unternehmen nicht. | Unternehmensprofil, Kategorien, Standortangaben und weitere Faktoren des lokalen Rankings. | Local SEO |
| Bei einer KI-Frage nach Anbietern Ihres Fachs wird Ihr Unternehmen nicht genannt. | Die gewählten Fragen und Quellen, technische Zugänglichkeit, eindeutige Fakten und belegte Inhalte.* | GEO |
| Ihre Website hat Besucher, aber es kommen kaum Anfragen. | Passen Besucher, Angebot, Inhalte und Kontaktweg zusammen? Vermittelt die Website genügend Vertrauen? | Das Fundament: Gestaltung, Inhalte und Belege |
* Eine fehlende KI-Nennung belegt keinen bestimmten Fehler. Die Zuordnung ist eine Arbeitshypothese. Näheres im Abschnitt „Wann zuerst andere Grundlagen fehlen“.
Was zuerst? Ein Raster für Kanzlei, Praxis und Beratung
| Geschäftsmodell | Typische Suchsituation | Ausgangspunkt für die Priorisierung |
|---|---|---|
| Kanzlei oder Praxis mit festem Einzugsgebiet | Fachgebiet und Ort, etwa „Anwalt Arbeitsrecht Berlin“. | Local SEO und SEO gemeinsam prüfen; GEO auf dieser Grundlage einordnen. |
| Beratung oder Personenmarke, bundesweit tätig | Fachbegriffe und Themen, später auch Ihr Name. | SEO und GEO aufeinander abstimmen; Local SEO ist häufig nachrangig. |
| Verband oder Stiftung | Themen und Positionen, auch aus Presse und Politik. | SEO und GEO zusammen betrachten; belegte und gut zugängliche Quellen sind für beide wichtig. |
Typische Prioritäten nach Geschäftsmodell
- Kanzlei oder Praxis mit festem Einzugsgebiet
- 1Local SEO
- 2SEO
- 3GEO
- Beratung oder Personenmarke, bundesweit
- 1SEO
- 2GEO
- 3Local SEO
- Verband oder Stiftung
- 1SEO
- 2GEO
Häufig gibt es einen konkreten Anlass: ein geplanter Relaunch, eine Praxisübernahme oder Kanzleigründung, ein nicht mehr passender Auftritt des Vorgängers. Vielleicht funktioniert Ihr Empfehlungsnetz gut, während ein weiterer Weg zu neuen Anfragen fehlt. Oder ein Wettbewerber ist innerhalb weniger Monate deutlich präsenter geworden. Zuerst sollte geklärt werden, welche Lücke bei Ihnen tatsächlich besteht.
Wenn Interessenten Ihre Website aufrufen, sollten sie dort Ihr Angebot verstehen und Vertrauen gewinnen können. Ich beschreibe das mit den drei Ebenen Auftritt, Auffindbarkeit und Autorität.
Die drei Ebenen, von unten nach oben
- (1)AuftrittEine Website, die Ihre Leistungen verständlich erklärt und Vertrauen unterstützt.
- (2)AuffindbarkeitSEO, Local SEO und GEO verbessern die Voraussetzungen, bei relevanten Suchen berücksichtigt zu werden.
- (3)AutoritätBelegte Fachinhalte und nachvollziehbare Erfahrungen machen Ihre Kompetenz überprüfbar.
Bei der Auswahl eines Anbieters helfen Belege mit Quelle und Zeitraum, ein klarer Leistungsumfang und transparente Zuständigkeiten. Platzierungen in Suchmaschinen und Nennungen in KI-Antworten lassen sich nicht garantieren. Klären Sie außerdem, wer Zugriff auf Code, Profile und alle weiteren Zugänge erhält. Mein Auftritts-Check ab 500 € ist eine eigenständig buchbare, persönliche Bestandsaufnahme. Ist Ihr Bedarf bereits klar, können wir direkt über die passende Leistung sprechen.
Wann zuerst andere Grundlagen fehlen
GEO kann technische und inhaltliche Hürden aufzeigen. Es ersetzt jedoch keine klare Beschreibung Ihres Angebots und keine erreichbare Website. Welche SEO-Grundlagen im Einzelfall nötig sind, hängt auch vom jeweiligen KI-Dienst ab. Für verlinkte Quellen in Googles KI-Funktionen müssen Seiten beispielsweise indexiert und für Suchergebnisse mit Snippet geeignet sein. Daraus folgt keine allgemeine Regel, dass ein Unternehmen ohne Google-Ranking in keinem KI-System vorkommen könne.
Eine eigene Messung zeigt, warum ich Ergebnisse vorsichtig einordne: Für meine damals noch junge Produkt-Domain lavcite.com lag die Zitationsrate in 47 untersuchten KI-Antworten im August 2026 bei 0 %. Quelle: eigene Messung. Daraus entstand die Arbeitshypothese, dass zunächst eine tragfähige Grundlage in der organischen Suche nötig sein könnte. Der einzelne Befund belegt diese Ursache jedoch nicht. Auch das Alter der Domain und die Zahl verweisender Quellen kommen als mögliche Erklärungen infrage; ihre Wirkung wurde nicht isoliert untersucht.
Wenn diese Grundlagen fehlen, sind häufig zuerst konkrete Inhalte nötig: eigene Seiten für unterschiedliche Leistungen, klare Fakten zu Person und Angebot, passende strukturierte Daten und aktuelle Einträge in Fachverzeichnissen. Solche Aufgaben unterstützen die Einordnung in Suchmaschinen und schaffen mögliche Quellen für KI-Antworten. Weder eine sofortige Verbesserung bei Google noch eine spätere KI-Nennung ist damit zugesagt.
Häufige Fragen
Ersetzt GEO das klassische SEO?
GEO und SEO überschneiden sich. KI-Antworten mit Webbezug können Suchergebnisse und weitere Quellen nutzen. Eine technisch zugängliche Website und hilfreiche Inhalte sind deshalb für beide Bereiche relevant. Gute Google-Platzierungen allein belegen allerdings keine KI-Sichtbarkeit, und eine fehlende Google-Platzierung schließt nicht jede Nennung in einem KI-System aus. Ich prüfe die gemeinsamen Grundlagen und die Besonderheiten des jeweiligen Dienstes.
Wie schnell wirkt Suchmaschinenoptimierung?
Bei umfassender Arbeit an Inhalten und Sichtbarkeit ist eher mit Monaten als mit wenigen Wochen zu rechnen. Technische Fehler können sich schneller beheben lassen; wann Google eine Änderung berücksichtigt, bleibt offen. Bei kutscher-seminare.de lagen die monatlichen Klicks vor dem Neuaufbau bei rund 8 und etwa ein halbes Jahr später bei über 50. Quelle: Google Search Console; Januar und Februar 2026 gegenüber Juni bis August 2026. Es handelte sich um einen vollständigen Neuaufbau. Dieser dokumentierte Verlauf ist kein Zeitplan für andere Projekte.
Was kostet der Einstieg?
Der Auftritts-Check beginnt bei 500 €. Sie erhalten eine persönliche, schriftliche Bestandsaufnahme Ihrer Website und Ihrer Auffindbarkeit über SEO, Local SEO und GEO. Darin ordne ich ein, welche nächsten Schritte sinnvoll erscheinen und was derzeit keine Priorität hat. Auch die Empfehlung, vorerst nichts umzusetzen, ist möglich. Beratung und eine anschließende Umsetzung sind getrennte Leistungen; bei klarem Bedarf ist ein direkter Einstieg möglich.
Brauche ich alle drei Disziplinen?
Nicht zwingend und selten mit gleicher Priorität. Für eine Praxis mit festem Einzugsgebiet ist Local SEO häufig besonders relevant. Eine bundesweite Beratung benötigt andere Suchbegriffe und Inhalte. GEO wird anhand Ihrer Ziele und der vorhandenen Grundlagen eingeordnet; dazu gehört auch zu prüfen, welche Aufgaben gemeinsam mit SEO umgesetzt werden können.
Kann ich Local SEO selbst machen?
Viele Grundlagen können Sie selbst pflegen: Ihr Google-Unternehmensprofil vervollständigen, Öffnungszeiten aktualisieren, eigene Fotos ergänzen und Bewertungen beantworten. Unterstützung kann sinnvoll werden, wenn Website, Profil und Verzeichnisse widersprüchliche Angaben führen oder unklar ist, welche Suchbegriffe und Leistungsseiten für Ihr Angebot wichtig sind.
Über den Autor
Lukas Lavicka berät etablierte Experten, Beratungsunternehmen, Kanzleien und Praxen zu KI-Sichtbarkeit und SEO und übernimmt auf Wunsch auch die Umsetzung und Website-Erstellung. Zu seinen Projekten gehören außerdem Auftritte für Verbände und Stiftungen. Mit lavcite betreibt er ein eigenes Audit-Tool für SEO und GEO, mit meinbetriebonline.de eine eigene Marke für Handwerksbetriebe. Die eigenen Messwerte in diesem Ratgeber stammen aus Projektauswertungen, Google Search Console und eigenen GEO-Messungen; externe Fachangaben sind verlinkt.
Persönliche Bestandsaufnahme ab 500 € für Ihre Website und Ihre Auffindbarkeit in Suchmaschinen und KI-Suchen.
Öffnet Ihr Mailprogramm. Alternativ: hello@lukaslavicka.de
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