Eine gezielte Überarbeitung kommt infrage, wenn die technische Basis tragfähig ist und sich die Probleme eingrenzen lassen. Ein Teilumbau eignet sich für einen betroffenen Bereich oder Ablauf. Ein Neuaufbau wird dann plausibel, wenn die vorhandene Basis die benötigten Funktionen nicht sinnvoll trägt oder der dokumentierte Aufwand für Reparatur und weitere Pflege dagegen spricht.
Ich empfehle, diese Entscheidung anhand konkreter Befunde zu treffen. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, den nötigen Umfang vor der Beauftragung zu klären.
Beginnen Sie mit dem Problem, das Besucher tatsächlich haben
„Die Website ist alt“ beschreibt noch keine Aufgabe. Präziser wäre: „Unsere neue Beratungsleistung ist nicht auffindbar“, „Die Anfrage erreicht unser Postfach nicht“ oder „Wir können Termine nur über einen Dienstleister ändern lassen“.
Prüfen Sie dafür einen wichtigen Weg vom Einstieg bis zur Kontaktaufnahme: Finden Interessenten die passende Leistung? Verstehen sie, für wen sie gedacht ist? Können sie Vorgehen und Voraussetzungen beurteilen? Funktioniert die Anfrage auch auf dem Smartphone, und kommt sie an?
Erfassen Sie zusätzlich die Probleme bei der Pflege. Eine Website kann für Besucher funktionieren und intern dennoch unnötigen Aufwand verursachen. Umgekehrt rechtfertigt ein ungewohnter Editor allein noch keinen vollständigen Neubau.
Drei mögliche Wege im Vergleich
Die folgende Einordnung ist meine Entscheidungshilfe. Sie ersetzt die Prüfung der konkreten Website nicht.
| Weg | Wann er infrage kommt | Was vorher geklärt sein sollte |
|---|---|---|
| Gezielt überarbeiten | Texte, einzelne Darstellungen oder Kontaktwege passen nicht; die Basis lässt sich weiter pflegen. | Lässt sich das festgestellte Problem innerhalb des vorhandenen Systems zuverlässig beheben? |
| Einen Bereich umbauen | Beispielsweise die Leistungsstruktur, eine Galerie oder die Terminbuchung benötigt einen größeren Eingriff. | Ist dieser Bereich abgrenzbar, ohne an anderer Stelle neue Schwierigkeiten zu verursachen? |
| Die Website neu erstellen | Benötigte Funktionen, Pflege oder Struktur lassen sich auf der vorhandenen Basis nicht sinnvoll umsetzen. | Welche geprüften Grenzen sprechen gegen den Erhalt, und welche Aufgaben übernimmt die neue Lösung konkret? |
Ein konstruiertes Beispiel: Eine Beratung erhält unpassende Anfragen, weil ihre Leistungsseite weder Zielgruppe noch Voraussetzungen erklärt. Zunächst würde ich diese Informationen und den Anfrageweg verbessern. Ein anderes Design allein beantwortet die fehlenden Fragen nicht.
Anders liegt der Fall, wenn derselbe Anbieter künftig getrennte Leistungen, mehrere Ansprechpartner und einen Buchungsablauf braucht, die im bestehenden System nur mit aufwendigen Sonderlösungen gepflegt werden könnten. Dann ist ein Vergleich zwischen Teilumbau und Neubau sinnvoll. Die benötigten Funktionen entscheiden mit, nicht die Vorliebe für eine bestimmte Technik.
Vor der Entscheidung: Den vorhandenen Wert erfassen
Auf einer bestehenden Website steckt mehr als der sichtbare Text auf der Startseite. Referenzen, Bilder, Downloads und eingespielte Abläufe gehören zum Bestand. Ich würde sie vor einer größeren Änderung gemeinsam inventarisieren:
- Seiten, wichtige Adressen und vorhandene Suchzugriffe;
- Texte, Originalbilder, Galerien einschließlich der vergrößerten Zielbilder und relevante Aussagen innerhalb von Bildern;
- Downloads, eingebettete Medien, Formulare, Buchungen und sonstige Interaktionen;
- Zugänge, Zuständigkeiten und Möglichkeiten zur späteren Pflege.
Eine schönere Darstellung ist kein ausreichender Grund, aussagekräftige Projektbilder oder hilfreiche Informationen zu entfernen. Mein Maßstab für eine Modernisierung ist, deren Bedeutung, Funktion und Auffindbarkeit zu erhalten. Wenn Inhalte gekürzt oder entfernt werden sollen, gehört das ausdrücklich in den vereinbarten Umfang.
Wenn ein Neubau gewählt wird: Die Abwägung festhalten
Bei Wald-Luft-Atmen wären die einzelnen festgestellten Baustellen grundsätzlich auch an der bestehenden Website behebbar gewesen. Für die geplante Weiterentwicklung fiel die Entscheidung dennoch auf einen Neuaufbau, nachdem mehrere Wege betrachtet worden waren. Die Fallstudie beschreibt diese Abwägung. Sie ist kein Beleg dafür, dass ein bestimmtes System grundsätzlich ersetzt werden muss. Quelle: Lukas Lavicka, Fallstudie Wald-Luft-Atmen.
Für Ihr Projekt würde ich dieselbe Klarheit verlangen: Welche Alternativen wurden geprüft? Warum wurde eine davon gewählt? Was wird dadurch leichter, und welcher Aufwand entsteht für Migration und Pflege?
Ein nachvollziehbares Angebot sollte diese Fragen beantworten. „Kompletter Relaunch“ allein sagt wenig darüber aus, ob Texte, Medien, Weiterleitungen und Funktionsprüfungen enthalten sind.
Was mit bestehenden URLs passiert
Nicht jede gestalterische Änderung erfordert neue URLs. Wenn Adressen geändert werden, braucht jede wichtige alte Adresse ein passendes Ziel. Google empfiehlt bei dauerhaften Umzügen serverseitige Weiterleitungen, etwa 301 oder 308. Bilder und Downloads gehören ebenfalls in die Planung. Rankingänderungen während der Verarbeitung bleiben möglich. Quelle: Google Search Central, Website migrieren, geprüft am 10.10.2026.
Ich würde die URL-Zuordnung deshalb vor dem Start prüfen lassen und anschließend die tatsächlichen Weiterleitungen kontrollieren. Eine funktionierende Weiterleitung ist dabei ein technischer Prüfpunkt; sie garantiert keine unveränderte Suchposition.
Woran Sie die fertige Überarbeitung abnehmen können
Die Abnahme sollte vom ursprünglichen Bestand ausgehen. Für jeden wesentlichen Inhalt wird festgehalten, wo er in der neuen Fassung zu finden und tatsächlich sichtbar ist. Ein Bild im Dateiverzeichnis genügt nicht. War ein Projektbeispiel vorher als Bild zu sehen, sollte es weiterhin als Bild erkennbar sein. Ein bloßer Textlink erfüllt diesen Zweck nicht gleichwertig.
| Prüfpunkt | Konkreter Nachweis |
|---|---|
| Inhalte und Medien erhalten | Originalbestand und sichtbare Zielstellen sind zugeordnet; vereinbarte Änderungen sind dokumentiert. |
| Nutzung funktioniert | Navigation, Galerie, Downloads, Anfrage und gegebenenfalls Buchung wurden bedient und geprüft. |
| Kontakt kommt an | Eine Testanfrage erreicht die richtige Stelle; Rückmeldung und Zuständigkeit sind geklärt. |
| Pflege ist möglich | Die verantwortliche Person kann die vereinbarten Inhalte selbst ändern oder kennt den vorgesehenen Ablauf. |
| Offene Punkte sind sichtbar | Unzugängliche Originalinhalte und ungeklärte Angaben stehen auf einer offenen Liste. |
Danach lässt sich beurteilen, ob die vereinbarten Probleme behoben wurden. Zusätzliche Anfragen oder Aufträge benötigen eine eigene Erfassung und dürfen nicht aus dem neuen Erscheinungsbild abgeleitet werden.
Was Sie vor einem Angebot vorbereiten können
Notieren Sie Ihre wichtigste Leistung, den gewünschten nächsten Schritt für Interessenten und die konkreten Hindernisse auf der heutigen Website. Ergänzen Sie, was zuverlässig funktioniert und erhalten bleiben soll. Damit lässt sich der Umfang fundierter besprechen als mit einer Sammlung schöner Vorbildseiten allein.
Wenn Sie zwischen Überarbeitung und Neubau stehen, finden Sie auf meiner Seite zu Webdesign und Website-Überarbeitung den passenden Einstieg. Bei unklarer Ausgangslage kann zunächst der dort beschriebene Auftritts-Check sinnvoll sein; bei bereits geklärtem Bedarf lässt sich direkt über ein Angebot sprechen.
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Die leere Vorlage können Sie in Excel, LibreOffice oder einem anderen Tabellenprogramm ausfüllen. Sie enthält keine tatsächlichen Messdaten.
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